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“Armenier haben den meisten Leichen die Köpfe abisoliert“

27.02.2013 | 18:23

1361974583_surxaylogoSurchaj Guliev: “Armenier haben meinen älteren Bruder zusammen mit 12 Familienmitgliedern umgebracht“

 

            – Als die Khodschali Ereignisse geschahen, in welchem Gebiet arbeiteten Sie?

 

–   Ich bin Tierarzt von Beruf. Lange Zeit habe ich in Sovchos als Tierarzt gearbeitet. Als 1991 Khodschali den Bezirk-Status gegeben wurde, war ich zum Chef der staatlichen Versicherungsagentur dieses Bezirks ernannt. In diesem Zeitraum war die Situation in Khodschali sehr schwer. Es gab kein Brot, Licht und Gas. Khodschali schien so, als ob Reich der Toten wäre. Alle Einwohner der umliegenden Dörfern waren ausgezogen, deswegen wussten wir schon, dass Khodschali dran gewesen sei. Wir gingen zur Arbeit und kamen nach Hause mit Waffen. Ich war Mitglied des Selbstverteidigungsbataillons. Mein Sohn Natig machte sein Studium am Institut der Leibeserziehung nicht fertig und kam und wurde als Mitglied am Selbstverteidigungsbataillon aufgenommen. Khodschali lag in solcher Lage, dass wenn man zu den Regionen von Berg Karabach gegangen sei, seien sie unbedingt dadurch vorbeigegangen. Deswegen wussten wir, dass sie Khodschali zur schlechten Lage bringen. Man sagte uns häufig aus Baku, dass sie kommen würden, um uns zu helfen. Unsere Augen wurden auf den Berg Boz gebündelt, wann die Hilfe kommen werde. Aber niemand kam zu helfen.

Am Abend 25. Februar 1992 war mein Sohn am Stützpunkt. Ich war zu Hause. Gegen 11 Uhr haben sie mit Raupenmaschinen von allen Seiten Khodschali eingekreist. Wir haben gewusst, dass sie die gepanzerten Ausrüstungen des 366. russischen Regiments gewesen seien. Weil sie auch im Dorf marschierten. Wissen Sie, die armenischen Mädchen machten sie betrunken und selbst nahmen die Maschinenpistolen und tags kamen sie ab und zu und schossen auch an. Weil sie zuallem bereit waren, um Karabach und umliegende Regionen zu erhalten.

Als die Schießerei begann, rannte alle zum Stützpunkt für ihre Söhne. Ich rannte auch für Natig. Ich fand ihn nicht. Man sagte, dass sie nach vorne gegangen seien.

Also kreiste die Gegnertruppen von allen Seiten Khodschali um. Als die Panzer das Dorf eindrangen, vernichteten sie alle Häuser, die sie begegneten. Da brannte unser Haus auch. Als mein Sohn sagte, dass unser Haus brenne, sagte ich, sehr gut. Weil es besser so sei, als es bleibe für die Armenier.

         – Und wie konnten Sie in dieser Nacht aus Khodschali herauskommen?

 

–   Wir konnten bis halb zwei aushalten. Wenn wir sahen, dass die Situation unerträglich sei, kamen wir ungefähr 600 Einwohner von Khodschali durch den Berg sogenannten Kedik heraus. Durch diesen Weg wollten wir nach Abdalgülabli, das Dorf von Aghdam, gehen. Als wir zur Spitze des Bergs erreichten, war es dunkel, nirgendwo war zu sehen. Wir 25 Bewaffneten ginngen im vorne. In diesem Moment begann der Abschuss mit den Armeniern. Neben mir gab es einen meschetischen Türken mit Namen Abdulla. Armenier schossen ihn und noch drei Menschen ab. Zur gleichen Zeit wurden ich und noch ein paar Leute verletzt. Und die Leute liefen zurück, weil es Abschuss gab. Später wurden viele von ihnen von Armeniern als Geiseln genommen.

Unsere Kugeln waren schon zu Ende. Jeder hatte nur 2-3 Kugeln. Es gab einen Vorschlag, um von Armeniern als Geiseln nicht genommen zu werden, sollten wir unseinander schießen. Da konnte niemand wagen. Also wir halfen den Verletzten und brachten sie ins Tal. Selbst blieben oben auf dem Fels. Nun fühlten die Armenier, dass wir keine Kugel mehr haben. Sie hatten einen Hund. Der Hund fand uns und begann zu bellen, da schossen die Armenier in diese Richtung. Wir sind in die Sackgasse geraten. Deswegen sollten wir uns von dem Fels hinunterwerfen. Weil es auf dem Berg viel Schnee gab, haben wir den Stein nicht getroffen. Das heißt, unser Weg war durch die Tiefe des Tales. Die Armenier schossen uns vom oben ab. Vom oben trafen die Kugel in die Tiefe nicht. Deswegen gingen wir langsam in einer Reihe durch die Tiefe nach vorne. In diesem Moment rief man uns und sagten, dass es hier Abdalgülabli ist. Wir dachten, dass sie Armenier seien und uns auf Aserbaidschanisch rufen. Wir rannten wieder zurück zur armenischen Seite. Dann sagten sie, “La ilaha Illallah”, hier ist Abdalgülabli. Kommt hier. Die Armenier können das Wort “La ilaha Illallah” nicht aussprechen. Wegen dieses Wortes sind wir langsam nach vorne gegangen. Wir sahen, dass wir wirklich nach Abdalgülabli angekommen seien. Dann kamen die Leute, um uns zu helfen. Die Einwohner von Abdalgülabli halfen uns viel. Da fing ich Diabetes. Mein Sohn blieb im Berg  und ich war schon in Abdalgülabli. Meine Knie bogen nicht und ich fiel auf den Boden. Es schien mir, dass ich Herzinfarkt bekam.

        – Sie haben gesagt, dass Sie verletzt wurden…

 

–  Ich wurde auf dem Brustkorb verletzt, aber meine Wunde tat mir nicht weh. Ich steckte Streichholz ein, es ging ein bisschen aber dann nicht. Ich dachte, dass die Kugel runtergefallen sei. Jedoch war die Kugel in meinem Körper. Ich habe das noch nicht rausziehen lassen. Man hat Röntgen gemacht, es wurde klar, dass die Kugel sich an die Lunge gelehnt hat. Aber es stört nicht. Die Ärzte empfehlen, dass weil es Kupfer enthält, muss es herausgezogen werden. Und mein Zucker ist hoch. Deswegen habe ich Angst, mich operieren zu lassen. Außerdem wenn ich nach Khodschali zurückkehren könnte, würde ich selbst dort die erste Operation machen lassen.

        – Wann brachte man Ihren Sohn und die Anderen aus der Belagerung heraus?

 

–  Meine Frau sagte mir, gib mir die Leiche von Natig, um diese Leiche schlächte ich ein Opfer. Abends gegen 19 Uhr sahen wir eine Gruppe kommen. Mein Sohn war auch unter ihnen. Das war keine Tapferkeit, sondern der Gott hat sie geschützt. Die Kugel traf sie nicht. Unsere Leute sind tapfer. Unsere Kinder haben einige Operationen gemacht. Wir hatten einfach keine Waffen gegen diese Militärmaschinen. Außerdem sind wir keinen Armeniern entgegengekommen, sondern haben wir gegen die Russen gekämpft.

       – Die Leichen der Einwohner von Khodschali wurden hauptsächlich nach Agdam gebracht. Was für Folterspuren gab es über ihnen?

 

–  Als sie die Leichen gebracht hatten, hat jeder die Leiche seines Verwandten gesucht. Schauen sie an die Tragödie, dass wenn jemand die Leiche seines Verwandten gefunden hatte, freute er sich. Die Leichen, die früher gebracht wurden, waren in Ordnung. Aber welche in der Nacht draußen geblieben waren, und am Morgen gebracht wurden, wurde bei vielen die Haut vom Kopfe abisoliert. Das ist die schwerste Art der Brutalität. Sie hatten jemanden in der Reife verbrannt. Von ihm blieben seine Knochen. Sie hatten die Frau jenes Menschen auch umgebracht. Den meisten Frauen hatte man die Brust geschnitten. Bei vielen hatte man am Gesicht Kreuz gezeichnet. Da gab es ausländische Journalisten. Als sie diese Leichen sahen, weinten sie mehr als wir. Armenier hatten meinen älteren Bruder zusammen mit 12 Familienmitgliedern umgebracht.

Ein Neffe von mir wurde von Armeniern als Geisel genommen. Er heiratete vor kurzem. Seine Frau war tödlich verletzt worden. Er hatte abgewartet, bis seine Frau zu Tode gekommen sei. Seine Frau ist ein bisschen spät gestorben. Und die Armenier hatten ihn gefangen. Sie hatten ihm mit der Zange die Nägel rausgezogen. Er war Gitarrespieler. Sie verbrannten ihm die Hände, damit er nie mehr Gitarre spielen könne. Um ihn zusammenzugeben, haben sie von uns 60000 Manat, 20 Packung Zigaretten und Benzin gefordert. Mein Bruder sagte, dass selbst wenn sie seinen Sohn umgebracht hätten, würde er ihnen kein Benzin geben. Deswegen haben wir ihnen Zigaretten und Geld gegeben und konnten meinen Neffen zurückbekommen.

Fuad Hüsseinov

 

KarabakhİNFO.com

27.02.2013 18:23

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