Deutsch

Die Aschugen-Schule in Karabach

13.11.2013 | 12:28

1384330811_1384261590_a1Die Kultur unseres Volkes ist alt und reich. Aserbaidschan liegt an der Kreuzung des Ostens und Westens und hat bei der Entstehung der Weltkultur sehr große Rolle gespielt. Deswegen ist das Aserbaidschanische Volk rechtlich stolz auf eigene historischen Denkmäler, reiche Literatur, Kunst und Musik-Kultur. Das erste weltliche Theater, die erste Oper, das erste Ballett und erste Wissenschaftenakademie im muslimischen Osten wurden in Aserbaidschan gegründet.

Üseir Hadschibeyov, der Komponistenschule in Aserbaidschan gegründet hatte, verbindet das Wort „Aschug“ mit dem arabischen Wort „Aschq“. Professor Mahammadhüssein Tahmasib sagt, dass „Aschug“ von dem alten und heutzutage wenig verwendeten türkischen Wort „Asch“ abgelehnt ist. Eigentlich wird das Wort „aschilamag- vermitteln“, das von der Wurzel „Asch“ abgelehnt ist, heutzutage auch benutzt. Wahrscheinlich wurde die Wurzel „Asch“ als „Lied“ oder „Gesang“ benutzt, weil „Aschulamaq“- „singen“ bedeutet. Im Moment bedeutet das Wort „Aschulatschi“ in der usbekischen Sprache „Sänger“.

 Die Darstellung von Aschugen, einer der populärsten Zweige der mündlichen Volksliteratur von Aserbaidschan hatte einen einzigartigen großen Entwicklungsweg, hat im sozialen-politischen Leben und in Gedanken des Volkes tiefe Spuren hinterlassen, durch die Prüfungen und den Filter der Jahrhunderte zum gegenwärtigen Stadium erreicht. Wenn man über den Umgebungskreis der Aschugenkunst in Aserbaidschan spricht, kann man sehen, dass es sich gebietlich in verschiedenen Orten befindet. Einige Forscher haben zu dieser Sache ihre Meinungen geäußert. Historisch gab es in Aserbaidschan folgende Aschugen-Kreise:

1. Gändschäbasar (Gändschä – Schamkir – Tovuz – Gazakh) Aschugen-Kreis;

2. Bortschalı (Bortschalı – Baschkecid – Garayazı) Aschugen-Kreis;

3. Göyce Aschugen-Kreis;

4. Daralayaz Aschugen-Kreis;

5. İrevan Aschugen-Kreis;

6. Tshildir Aschugen-Kreis;

7. Schirvan Aschugen-Kreis;

8. Derbent Aschugen-Kreis (Derbent – Guba – Scheki);

9. Karabach Aschugen-Kreis;

10. Nakhitschewan Aschugen-Kreis.

Die Aschugen-Schule in KarabachIn den 10.-11. Jahrhunderten lebten prominente Denker der Orient- Said Amirul Bärdäi, Mahammad Abdulla Bärdäi. Masud Namidar, Dichter des 9. Jahrhunderts aus Karabach wurde mit der Übersetzung „Evangelia“ ins Arabische, Persische und Türkiche bekannt. Die Werken von Mahammad Garabaghi, Philosoph-Schriftsteller im 16. Jahrhundert werden in der Bibliothek in Kairo (Ägypten) gehalten. Die moderne nationale Gedichten- Schule in der Aserbaidschanischen Literatur wurde im 18. Jahrhundert in Karabach von Molla Panah Vagif gegründet und sie wurde von Gasim Bey Zakir weiter entwickelt.

Im literarischen Kreis von Karabach ist der Name des ersten Dichters Davdag, der in der schriftlichen Literatur tatsächlich zur Wissenschaft bekannt ist und im 7. Jahrhundert gelebt und geschrieben hat. Sein einziges Werk, das bis heute erreicht hat, ist die Gedicht-Elegie, die er zum Tode des Herrschers von Alban-Partav-Bärdä Dschavanschir geschrieben hat… Die ideen-ästhetische Linie und der Stil des Gedichtes zeigen, dass Davdag sehr bekannter und großer Künstler seiner Zeit gewesen ist.

Die Schöpfer der arabisch-sprachigen Literatur von Aserbaidschan Abu Said Al-Bardai, Khatib Baghdadi Mahammad Al-Bardai, Ahmad Ibn Al-Hüssein Abu Said Al-Bardai, Said Ibn Al-Gasim Al-Bardai, Abu Sad Ibn Yahya Al-Bardai, die im 10. Jahrhundert gelebt und geschöpft hatten, waren einer der berühmtesten Wissenschaftler und Philosophen ihrer Zeit nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch in der ganzen Islamischen Welt.

Einer der größten  Figuren im 12. Jahrhundert in der aserbaidschanischen Poesie ist Mucireddin Beylagani aus Karabach. Zaki Ibn Hüssein Ibn Omar Beylagani war auch in der gleichen Generation von Muciraddin und hatte als Fikh-Philosoph zum hohen wissenschaftlichen Niveau erreicht.

Im 14. Jahrhundert hat ein sehr inspirationsvoller Dichter, Tuti Abdulla Garabaghi gelebt.

Im 15. Jahrhundert hat Scheich Ibrahim Ibn Mahammad Schahbaddin Bardai in seiner Zeit zum Titel Scheich erreicht und wurde mit dem Pseudonym „Gülscheni“  in der literarischen Welt berühmt. Als Mövlana Gülscheni hat er seine Konfession im ganzen Osmanischen Reich verbreitet. Sein Lokal liegt in Kairo und ist heute auch tätig. Zwei Söhne von Mövlani Gülscheni Scheich Ahmad Gülschenizade und Sfvati Seyid Ali Gülscheni waren auch Dichter…

Yusif Ibn Mahammadcan Mahammadschahi Garabaghi hat in den 16.-17. Jahrhunderten gelebt, war einer der prominenten Wissenschaftler in seiner Zeit, ist in Samarkand  zur Wohnstätte Hüseiniyye gegangen und zum Punkt Mövlana Yusif gestiegen.

Die Namen von Meister Aschug Gurbani, der im 16. Jahrhundert gelebt hatte und ein Freund zum Palast von Schah Ismail Khatai war, im 18. Jahrhundert Mirmöhsün Lambarani Asef, Aschug Ali, Aschug Waleh, Ziyad Garabaghi und M. P. Vagif geben uns Informationen von vielen Themen.

Karabach war historisch als Land von Ozan-Gopuz und später Aschug-Saz bekannt. Es besteht aus Schuscha-Karabach, Berg-Karabach, Yevlakh, Aghdam, Aghdschebedi, Bärdä, Dschabrail, Latschin, Füsuli, Tartar. Inhalt der Aschugen ist in unterschiedlichen Formen. Sie machen über den Motiven von entweder Schirwan-Mughan, oder Tovuz-Gändschä. Das Schöpfen der Aschugen ist Folge und Erbe der Schöpfentradition von Ozan-Kunst. Die Ozan-Kunst wurde weg von der Geschichtenszene und gab ihren Platz zur Kunst der Aschugen. Hier wurde eine Kunst nicht transformiert, das heißt es hat seine Form oder Struktur nicht geändert, sondern eine Art der Kunst wurde wegen den bestimmten historisch-politischen und ideologischen Gründen mit anderer Art der Kunst ersetzt. (obwohl ein Teil der Ozans wurden durch den Einfluss der Aschugen Aschugen)

Aschugen –Kreis von Karabach war ein Kunstheim, das über den Konfessionslauf entstanden ist. Heiligung der Gräber von verschiedenen Aschugen, sowie von Aschug Gurbani, Aschug Lele und Erhebung bis zum Niveau des Heiligtumes in dieser Region ist ein visueller Beweis. Wenn wir gesagt hätten, in anderen Worten war der Aschugen-Kreis von Karabach ein Künstlerkreis im Zusammenhang mit der Konfessionstradition, würden wir uns nicht irren. Im 19. Jahrhundert wurde die Aschugenkunst in Aserbaidschan sehr entwickelt. Die hohe Kunst von Aschug Mahammad (1834-1914), Aschug Aziz (1825-1918), Aschug Hüssein (1800-1880), Aschug Ali (1807-1907), Aschug Alasgar (1821-1926), Molla Dschuma (1855-1919) und anderen hatten positiven Einfluss zur Entwicklung der Aschugen-Kunst von Karabach. In Karabach in den Volksfeiern und religiösen Zeremonien wurde die Musik verwendet.

Es ist unmöglich die mündliche Wortkunst in Karabach getrennt von der Aschugen-Kunst nicht vorzustellen: „Früher gab es auch Schulen. Es gab Märchenerzähler und Aschugen. In den Herbst-Winter-Nächten kamen sie in den Höfen zusammen und erzählten Märchen. Aschugen dachten Wörter aus und sangen Lieder. Und die Menschen behielten sie. Am Morgen erzählten sie dies beiläufig zu anderen, zu den Kindern. Nichts blieb in den Gedanken, alle erzählten zu einander, wie jetzt die Lehrer zu den Kindern erzählen…“

Es wird bemerkt, dass im Karabach-Kreis Aschugen-Kunst in den 16.-18. Jahrhunderten geblüht hat und zu den tiefen urfanischen-ästhetischen Wurzeln, insbesondere zur Konfessionstradition verbunden ist. In der vergangenen Periode wurden hier Aschugen-Schulen formuliert, viele Aschugen haben den Titel von „geistlicher Aschug“, „Meisteraschug“ bekommen. „Spontan zu singen, vom Herzen zu sprechen, von der Abwesenheit zu melden, von dem Gott zu berichten und problematische Sachen zu vereinfachen sind die wichtigen Merkmale des „geistlichen Aschugs“. Weil die Inspirationsquelle des geistlichen Aschugs heilige Welt ist, kann niemand sie gewinnen“.

Wenn man Karabach- Aschugen-Kunst erwähnt, kommt zunächst Aschug Gurbani ein. Mirzalikhan Oghlu Dirili Gurban wurde in den 70er Jahren des 15. Jahrhunderts, ungefähr im Jahre 1477 in der Nähe der Brücke Khudaferin, in der Region Dschabrail, im Dorf Diri geboren. Der echte Name des Dichters war Gurban, obwohl er bis zum Kennenlernen Schah Ismail Khatai als „Dirili Gurban“ bekannt war, hat er im Palast nach der Tradition seiner Zeit den Pseudonym Gurbani angenommen.

G. Kazimov schreibt in seiner Forschung: „Der Dichter hieß eigentlich Gurban, bis zum Kennenlernen Khatai schrieb er mit dem Pseudonym „Dirili Gurban“ und das Wort „Dirili“ ist der Ort, wo der Poet geboren ist und er hat den Pseudonym-Stil anderer Volkspoets und Aschugs gehalten…Als er im Palast geraten ist, hatte der Pseudonym „Dirili Gurban“ dörfische Merkmale und war zurückweichend von dem kulturellen Niveau und war zum Geschmack und zur Tradition der Teilnehmer der poetischen Zeremonien im Palast nicht angemessen, deswegen sollte er den Pseudonym „Gurbani“ annehmen. Noch eine andere Einflussquelle hier ist die Darstellung von Schah Ismail und sein Pseudonym „Khatai“, den er als kluger Mentor betrachtet hatte und für sich als Mentor gewählt hatte. Denn Schah Ismail hatte große Interesse an Genres der Volksliteratur und wie andere klassische Poeten hat er für sich einen Pseudonym ausgewählt“.

Einer der prominenten Aschugen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Karabach gelebt hatte und an der Entwicklung der Aschugen-Poesie bestimmte Rolle gespielt hatte, ist Aschug Pari. Aschug Pari, deren Name in einer Reihe mit bekannten Dichterinnen unserer klassischen Poesie- Mehseti Gändschävi, Heyran Khanum, Khurschud Banu Natavan, Fatma Khanum Kemine steht, ist in Dschabrail im Dorf Maraljan geboren, hat an der geistlichen Schule Arabisch und Persisch gelernt und ist hier herangewachsen. Bis jetzt hat das Leben von Aschug Peri in den Forschungen und gesagten Worten keinen präzisen wissenschaftlichen Kommentar gefunden. Einigen Forschern zufolge ist Aschug Peri mit 18 nach Schuscha gezogen und hat dort gelebt und ist sehr jung gestorben und laut einigen hat sie gelebt, bis sie alt geworden ist. Diese Meinungen kommen darauf an, dass es in bekannten Notizzetteln über Aschug Peri sehr wenige Informationen gibt und sehr kleiner Teil von ihren Gedichten ist bis zu unserer Zeit gekommen. Weil es auch in diesen Gedichten wenige Informationen vorhanden waren, sind die Informationen übe ihr Leben in den Legenden unter dem Volk verloren gegangen.

Einer der Aschug-Dichter, dessen Darstellung von den Meister-Künstlern hochgeschätzt wird und im Munde des Volkes war, ist Abdalgülabli Aschug Valeh. Seit langem machen unsere Wissenschaftler Studien über ihn, sammeln seine Gedichte und drucken sie und geben Kommentare. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat Firudin Bey Kotscharli über diesen Künstler diese Worte gesagt: „Er war einer der Wissenschaftler seiner Zeit. Er ist in Gülabli geboren, in der Heimat von seinen Eltern“

Die Aschugen-Schule in KarabachVon hier und aus anderen Dokumenten wird es deutlich, dass Aschug Valeh in Aghdam im Dorf Abdalgülabli geboren ist. Dieses Dorf war Konservatorium der Orient, Wiege der Musik, Land der Sänger und hat ein paar berühmte Personalitäten aufgezogen. In der Reihe von ihnen Großvater von Valeh Poet Mahammad, Aschug Güllü, Aschug Dschunun, Aschug Ganbar, Meister von Valeh Aschug Samad, Aschug Abbasgulu, der berühmte Tarspieler Gurban Pirimov, Sara Gadimva, die durch ihre schöne Stimme Liebling ihrer Hörer war, und andere waren die Kinder zwar von diesem Dorf. Es macht keine Überraschung, dass in solch einem Heim solche Künstler wie Valeh aufgezogen sind.

Einer unserer Künstler, der schöne Eigenschaften unserer Volksmusik in sich enthalten hatte, war Aschug Abbasgulu. Aschug Abbasgulu ist 1850 in Karabach im schönen Dorf Gülabli geboren. Er ist Enkel des berühmten Volkskünstlers Aschug Valeh. Wegen der Schwierigkeiten seiner Zeit hat er keine Schulausbildung wie andere unsere klassischen Aschug-Poeten bekommen. In dieser Zeit gab es in Gülabli zwei Aschugen-Gruppen. Sein Vater hat die Neigung des Sohnes an die Aschugen in Rücksicht genommen und schließt in die Gruppe von Aschug Nadchafgulu ein. Für eine Weile war er in dieser Gruppe Begleiter. Bald lernt er Tar spielen und singen. Dann schließt er sich in die relativ berühmte Gruppe von Aschug Hassan ein. Die extrem schöne Stimme von diesem begabten Jungen bringt ihm Ruhm. Er singt mit großen Vergnügen die Gedichte (Mukhammas, garayli, goschma) von Molla Panah Vagif, Aschug Valeh, Gasim Bey Zakir. Selbst hatte er auch Gedichte geschrieben.

Autor des Liedes “Godscha Gartal”, das in unserer modernen Zeit unsere Aschugen singen, ist Sari Aschug, der in Karabach im Dorf Güleburd im 17. Jahrhundert gelebt hatte. Der echte Name dieses Aschugs ist Zülfügar. Seine Farbe war gelb, deswegen nannte man ihn Sari Aschug „Gelber Aschug“ .  Jetzt nennt man „Godscha Gartal“ „Azafli Dubeyti“. Weil dieses Lied ihm gehörte, verbindet man es mit seinem Namen. Aber eigentlich heißt dieses Lied „Zülfügari“ und der Autor ist Sari Aschug. Das zweite Lied von diesem Künstler ist „Bayati“. Er war Meister von Bayati-Schreiben und es wird nicht ausgenommen, dass er für diese Worte auch eine Musik komponiert hatte. Dieses Lied, welches im Saz gespielt wird, hat eigenartige Wurzel und es „Bayati“-Wurzel. Im Laufe der Zeit wurde dieses Lied unter unseren Aschugen, manchmal auch unter dem Volk mit verschiedenen Titeln genannt: „Über dem Pferd“, „Packsattel-Gießer“, „Hirten-Bayati“ usw.

Das Lied Mirzacani, das einer der 19. Jahrhundert-Meister aus Karabach gestammter Mirzacan hinterlassen hat, nennt man unter dem Volk “Durakhani”. In diesen beiden Worten gibt es Wahrheit. Diese Wahrheit wird so bewiesen, zwei Aschugen nicht wissend voneinander, Aschug Mirzacan und Aschug Durakhan aus der Provinz Schirwan haben dieses Lied geschaffen. Aber der Unterschied ist, dass im Lied von Aschug Mirzacan die erste Zeile des Liedes im Bass gesungen wird. Beim Aschug Durakhan aber beginnt die erste Zeile mit Höhen und es ändert total die Hälfte der Harmonie. Deswegen nennt man dieses Lied unter dem Volk sowohl „Durakhani“, als auch „Mirzacani“.

Schöpfer des Liedes „Gülabi“  kommt aus Karabach aus dem Dorf Abdal-Gülabli. Er war Schüler von im 18. Jahrhundert gelebten Aschug Samad. Aschug Valeh ist auch aus diesem Dorf. Dieses Lied hat er mit dem Namen dieses Dorfes verbunden.

A.Taghiyeva

“KarabakhINFO.com”

13.11.2013 12:28

Kommentar schreiben:

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*