Deutsch

„Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“

27.07.2013 | 09:59

1374904317_sv-1-icri„Wenn ich zu den Trauerorten gehe, tröste ich die Familie des Gestorbenen, dass sie wenigstens einen Grab haben, worüber sie weinen und was sie besuchen können. Was sollen diejenigen wie ich machen. Seit mehr als 20 Jahren warten wir auf ihn. Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, als ein Gestorbener oder ein Lebender“.

Das sagt Süleimanova Svetlana Mürsel Gizi die Mutter von GulijevEltschinBalakhanOghlu, der während der Khodschali-Tragödie vermisst worden ist.

 

Im Jahre 1965 geborener GulijevEltschinBalakhanOghlu ging freiwillig an die Front. Er hat in der Gruppe vom Nationalhelden Agil Gulijev gekämpft. Bis Khodschali besetzt wurde, kämpfte er gegen die Armenier. Seine Mitkämpfer haben ihn zum letzten Mal ein paar Stunden nach der Tragödie verletzt gesehen. Über das spätere Schicksal von E. Gulijev gibt es keine Information.

 

„Mein Mann BalakhanGulijev arbeitete im Pädagogischen Institut in Khankendi als Lehrer. Wir selbst wohnten in Baku. Dann nach der Geburt meiner letzten- fünften Tochter sind wir alle nach Khankendi gezogen. Meine Kinder sind dort zur Schule gegangen. Seit 1980 wohnten wir da. Als mein Sohn Eltschin in der achten Klasse war, sind wir nach Baku zurückgekommen. Dann setzte er seine Ausbildung in Baku fort, immatrikulierte an die Hochschule. Absolvierte die Fakultät für Autoverkehr des Polytechnischen  Instituts. Er arbeitete nach seinem Fach. Seit dem Beginn der Karabach-Ereignisse sagte er, dass er zum Krieg gehen werde. Dann wurden die Kämpfe noch hektischer. In dieser Zeit ging er an die Front.

Im Jahre 1990 heiratete Eltschin. Selbst wir haben darauf bestanden, damit er von den Plätzen, von dem Krieg nach Hause kommt. Sowieso konnte ich ihn nicht halten. Im November 1991- gleich nach der Geburt seines ersten Kindes-seiner Tochter brachte er sie nach Hause, dann ging er wieder zum Kampf.“

 

Er verließ sich sehr. Weil er in Karabach- Khankendi gelebt hatte, kannte er diese Orte sehr gut, sagte immer, wie kann man solche Orte den Armeniern zu „Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“geben? Er war sehr patriotisch. Zum letzten Mal ist er am 4. Februar gekommen. Sagte, dass man ihnen Waffen geben und mit Militärkraft einrichten wird. Aber später wurde es klar, dass man ihnen nichts gegeben hatte. Wir wussten nur, dass er in der Gruppe von dem Nationalhelden Agil Gulijev gekämpft hatte. Als er zum letzten Mal zu den Kämpfen ging, gab er seinem Vater einen Zettel und sagte, falls ihr besorgt werdet, sucht nach mir in dieser Adresse… „Swetlana Khanim zeigt diesen Zettel. Auf dem Zettel gab es den Namen der Gruppe, in der Eltschin gekämpft hatte, den Namen des Kommandeurs und andere wichtige Informationen.

 

„Ich sah diesen Zettel 1992 am Tag des Khodschali-Völkermordes. Als im Fernsehen über die Besetzung von Khodschali berichtet wurde, hat man gesagt, dass in dieser Zeit nur zwei Personen gestorben waren. In dieser Zeit sah ich, dass mein Mann Zettel in der Hand zu Hause hin und hergeht. Ich fragte den Grund. Sagte, dass sie von mir versteckt hätten, sei Eltschin auch in Khodschali gewesen…

Dann sind wir nach Aghdam gegangen. Mein Mann suchte innerhalb zwei Tagen in den Leichen aus Khodschali, trotzdem konnte er unter ihnen Eltschin nicht finden. Er war in solcher Lage, dass es ihn psychologisch beeinflusst hatte und bis zum Ende seines Lebens quälte er sich wegen dieses Tages.

 

„Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“Wir haben erfahren, dass während der Khodschali-Tragödie selbst Kommandeur Agil Gulijev auch gemartert wurde. Wenn wir hörten, dass jemand überleben konnte, gingen wir zu ihm etwas zu erfahren, doch niemand sagte uns etwas Genaueres. Nur ein Mitkämpfer von ihm sagte, dass er Eltschin am 26. Februar nach der Tragödie bis zu Morgenstunden sah, dass er im Leben war, am Bein verletzt war. Jemand hat gesehen, dass er mit dem Bus geführt wurde. Nachdem mein Mann 2008 gestorben wurde, interessierte ich mich nicht mehr darfür“.

 

Jetzt studiert das einzige Kind von Eltschinan der Universität im vierten Kurs. Swetlana Khanim sagt, dass man für sie Ermäßigung macht. Sie immatrikulierte an die bezahlte Fakultät, weil ihrem Vater Märtyrer-Status gegeben worden ist, hat man sie von der Bezahlung für die Ausbildung befreit. An der Universität hat man unter den Bildern der Märtyrer auch das Bild von Eltschin aufgehängt.

 

Innerhalb dieser Jahre ist die Familie Gulijevzu den Kämpfenden gegangen, die in Khodschali überleben konnten, um von ihnen über Eltschin etwas zu erfahren, sind sie in verschiedene Regionen gegangen. “Einige Jahre nach der Tragödie habe ich gehört, dass eine Person aus Göjtschaj auch in Khodschali gekämpft hatte. Wir sind dahin gegangen. Als diese Person das Bild von Eltschin gesehen hatte, sagte, dass er ihn in der Traktor-Base gesehen habe. Ich fand diese Idee vernünftig, weil sein Fach in Bezug auf die Autos war. Ich dachte, vielleicht lässt man ihn da arbeiten. Also wegen diesen Worten habe ich Hoffnung…

 

Obwohl es für mich so schwer ist, das zu sagen, muss ich sagen, dass ich bis zu dieser Zeit nicht gewünscht habe, dass er lebe. Gott weiß, was man mit ihm gemacht hat. Schon ist es unter der Frage, ob sie im Leben sind oder irgendwann zurückkommen werden…“

 

 

Naibe Gurbanova

 

“KarabakhİNFO.com”

 

 

„Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“„Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“„Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“„Ich weiß nicht, wie ich für meinen Sohn weinen soll, wie füreine Gestorbenen oder für einen Lebenden“

 

 

 

27.07.2013 09:59

Kommentar schreiben:

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*